Am 9.5. fand die Sitzung zur Haushaltsberatung 2026 statt, gemeinsam mit dem Finanzausschuss. Wir hatten als bündnisgrüne Fraktion zwei große Anliegen auf der Tagesordnung: Geld für die Grüne Wabe aus dem Sondervermögen zu sichern und Mittel für Baumpflanzungen, die die Verwaltung komplett aus dem Haushalt gestrichen hat, wieder einzustellen.
Für die Grüne Wabe gab es eine Petition, die über 1600 Menschen unterschrieben haben, davon über 1000 aus Schöneiche. Die Unterschriften wurden in der Sitzung übergeben, der (einzige) Schöneicher Ehrenbürger Wolfgang Cajar hielt vor der Sitzung eine Rede, in der er die mittlerweile 20-jährige Geschichte der Idee beschrieb. Die grüne Fraktion hat gemeinsam mit Linken und SPD den Antrag dazu eingebracht und auch eine Gegenfinanzierung gefunden.
Baumpflanzungen sind auch ein dringendes Thema in Schöneiche. In den letzten fünf Jahren wurden im öffentlichen Straßenland ca. 1000 Bäume gefällt und nur halb so viele nachgepflanzt. Eigentlich müssten ja mehrere nachgepflanzt werden, um die Schäden auszugleichen und auch um die aktuelle Baumschutzsatzung zu erfüllen. Im aktuellen Haushalt wurden nun die Mittel für Baumpflanzungen komplett gestrichen, das heißt, es wird kein einziger Baum neu gepflanzt. Das gilt auch für das Programm, das Familien mit neugeborenen Kindern einen Baum schenkt. Wir haben als grüne Fraktion deshalb ebenfalls mit SPD und Linken einen Antrag gestellt, die Mittel wieder einzustellen, zusammen mit einem Vorschlag zur Gegenfinanzierung.
Beide Anträge wurden von einer Mehrheit aus CDU/FDP, ZfS, Schöneicher Liste und AfS geschlossen abgelehnt. Stattdessen werde noch einmal Geld für die Sportplatzerweiterung bereitgestellt, in die schon 6,6 € Mio geflossen sind, davon über 4 Mio aus dem Schöneicher Haushalt, und zwar ohne dass ein Konzept oder auch nur eine Kostenplanung für die weiteren Maßnahmen vorliegt. Dagegen wurde von der Initiative Grüne Wabe eine komplette Kostenrechnung verlangt, obwohl sie bereits detaillierte Planungen zu Bau, Nutzung und Kosten vorgelegt hatte. Hier wird klar mit zweierlei Maß gemessen. Das ist ungerecht gegenüber den Engagierten aus der Initiative und gegenüber den 1000 Schöneichern, die dafür unterschrieben haben.
Bei den Baumpflanzungen kamen dann so tolle Argumente wie, jemand können ja ein paar Ahornsetzlinge spenden, die dann irgendjemand einpflanzen könne und einer habe ja drei Bäume in seinem Garten gepflanzt. Sehr löblich, aber das löst das Problem nicht. Wir verlieren jedes Jahr zig alte große Bäume durch Fällungen und pflanzen nicht nach.
Schöneiche war immer stolz darauf, Waldgartenkulturgemeinde zu sein und mehr Bäume im öffentlichen Raum zu haben als Einwohner. Das hat sich damit wohl erledigt – und die Sprüche einiger Fraktionen von Umweltschutz und Bewahrung des Ortscharakters haben sich damit als leeres Gerede entpuppt.
Schade. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass diese Fehlentwicklung korrigiert wird.
